EKD kauft kein Boot

Einsatz der 13. Crew der Sea Watch-2 am 27. Oktober 2016 im Mittelmeer. Am morgen wurde ein Schlauchboot mit ca. 130 Menschen an Bord gemeldet.

Leider, oder Gott sei Dank? Die Reaktionen auf die Idee, dass sich die EKD an einem Rettungsschiff für Flüchtlinge beteiligt,  waren sehr unterschiedlich. Auch in der Pfarrkonferenz wurde intensiv darüber diskutiert. 

Natürlich kann man über die Idee, sich an einem Rettungsschiff zu beteiligen, ganz unterschiedlicher Meinung sein. Das ist auch gut so. 

Allerdings muss auch wahrgenommen werden, dass sich auf dem Mittelmeer schreckliche Tragödien ereignen. Menschen, die auf völlig seeuntüchtigen Booten versuchen, das Meer zu überqueren, ertrinken. Männer, Frauen und Kinder zu Hunderten verlieren auf furchtbare Weise ihr Leben. 

Daran sind wir nicht schuld. Wir zwingen niemand, sich auf die Reise zu begeben. Das ist richtig. Auf der anderen Seite sind die Lebensbedingungen, denen diese Menschen zu entfliehen suchen, kaum in Worte zu fassen und wir tuen zu wenig, um für Änderung zu sorgen. 

Wie also damit umgehen? Unser Landesbischof ist mit vielen anderen ganz klar, wenn er sagt, wir können die Menschen nicht ertrinken lassen. Das Mindeste, was wir tun können, ist zu helfen, dass diese Menschen nicht sterben müssen. 

Das ist, so finde ich, nicht nur richtig, sondern unsere Christenpflicht. Klar ist auch, dass alle weiteren Fragen damit nicht geklärt sind. Diese Fragen können wir auch nicht beantworten. Was wir aber tun, ist mit Brot für die Welt, mit dem Lutherischen Weltbund und vielen anderen kirchlichen Hilfs- und Entwicklungsorganisationen vor Ort zu helfen, dass die Lage besser wird. Das machen wir schon seit Jahrzehnten. 

Beides, die Hilfe vor Ort und die Hilfe in Not, ist unser christlicher Auftrag. Wir können nur hoffen, dass sich die Politik davon anregen lässt. Was gar nicht geht, ist unsere Hände in den Schoß zu legen und wegzuschauen. Deswegen hat der Rat der EKD beschlossen, sich an einer Organisation zu beteiligen, die ein Rettungsboot ins Mittelmeer schicken möchte. Darüber freue ich mich sehr!

4 Kommentare

Dieses Programm gibt es bzw. gab es damals als der große Flüchtlingsstrom zu uns kam. Da die Zahlen allerdings sehr klein geworden sind und auch über das Mittelmeer nur wenige Menschen nach Deutschland kommen, ist dafür im Moment kein Bedarf.

Private Hilfe natürlich immer.
Aber wäre den Seenotrettern nicht am meisten geholfen würde die EKD sagen,wir nehmen die geretteten Menschen auf in unseren Kirchengemeinden.Wir räumen Kirchen und Gemeinde Häuser leer für unsere Brüder und Schwestern.

Jede Hilfe ist wichtig, auch wenn die Hilfe von Brot für die Welt und den vielen anderen nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Ich habe mich jahrelang dafür sehr eingesetzt und weiß, dass das alles ankommt und wertvoll ist. Allerdings wird es echte Veränderung nur dann geben, wenn sich Politik und Gesellschaft dieser Problem massiv annehmen. Das muss uns klar sein. Heißt aber nicht, dass wir jetzt klein beigeben sollten.

Es wäre auf alle Fälle sinnvoller den Menschen zu helfen bevor sie in so ein Boot steigen.
Aber warum werden die Lebensverhältnisse nicht besser,auch nach Jahrzehntelanger Unterstützung?
Jedes Jahr wird gespendet für Brot für die Welt und es hat doch nichts genützt,die Menschen wollen weg und suchen hier ein besseres Leben.
Wir müssen helfen wird immer gepredigt,aber kann soll und muss jeder helfen?

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.