Dr. Schirrmacher, der in Stellvertretung des verhinderten Generalsekretärs, die Grüße von der Evangelical Worldalliance überbrachte, überraschte in doppelter Weise:
Zum einen unterstrich er in eindrücklicher Weise die enorme Bedeutung des neuen Dokumentes „Das christliche Zeugnis in einer multireligiösen Welt“ , in dem erstmals Vatikan, ÖRK und EWA gemeinsam ihre Position in Bezug auf Mission formulieren. Er dankte dem ÖRK ausdrücklich für seine vermittelnde Rolle.
Zum anderen unterstrich Schirrmacher die Bedeutung des World Global Forum, das von den Evangelikalen100%, so Schirrmacher wörtlich, unterstützt werde. Er bat in diesem Zusammenhang um einen offen Diskurs, der sich nicht davon irre machen lässt, dass manchmal andere unter Behauptung als Evangelikale zu sprechen anderes behaupten. Ein mutmachendes Grußwort!

Das anschließende Themenplenum stand ganz im Zeichen des neuen ökumenischen Missionsdokuments „Together Towards Life“. Dabei betonte der röm.-kath. Ordenspriester Prof. Dr. Stephen Bevans SVD (USA/Phillipinen) eine theologische Grundhaltung, die damit rechnet, dass der Geist Gottes in der gesamten Schöpfung bereits präsent ist: in allen Kulturen, in allen Religionen, „im Herzen jedes einzelnen Menschen“. Mission bedeute deshalb „herauszufinden, wo der Geist Gottes am Werk ist, und sich daran beteiligen“.

Der syrisch-orthodoxe Bischof Dr. Geevarghese Mor Coorilos griff vier Punkte heraus: 1.) Mission ist immer Bejahung des Lebens – jede Lebensfeindlichkeit bedeutet, den Gott des Lebens abzuweisen. 2.) Zentral ist die Frage der Spiritualität, d. h.: entscheidend ist nicht nur was wir tun, sondern mit welcher Grundhaltung wir Mission mit Leben füllen. 3.) Mission umfasst die ganze Schöpfung (das neue Stichwort „Eco-Justice“) und 4.) Die Zeiten sind vorbei, in denen wir Mission als eine Bewegung von den Reichen hin zu den Armen, vom Globalen Norden hin zum Globalen Süden, von den Zentren hin zu den Rändern der Gesellschaft verstehen. In der Missionserklärung wird die aktive Rolle der sog. „Marginalisierten“ mit ihren Erfahrungen als Agenten der Mission Gottes neu wahrgenommen. „Das bedeuted mehr, als die an den Rändern einfach nur ins Zentrum rücken; es bedeutet, dass diejenigen herausgefordert werden, die im Zentrum zu bleiben versuchen, indem sie andere an den Rändern halten.“
Aufgabe der Kirche sei es deshalb, sich auf die Ränder (englisch „margins“) zuzubewegen und sich mit den an den Rand gedrängten zu verbinden.

HINWEIS: Der Entwurf der Missionserklärung kann auf deutsch unter http://www.emw-d.de/fix/files/Gemeinsam_fuer_das_Leben_-_Mission_Evangelisation_wandelnde_Kontexte.pdf heruntergeladen werden.
(Gastbeitrag von Markus Hildebrandt Rambe)

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